Meine Bekanntschaft mit dieser hübschen Lady begann noch im September 2014. Sie sah die Hochzeitstorte ihrer Kollegin und erfuhr auf diese Weise von mir. Sie fand, ich könnte genau ihre Wünsche und Vorstellungen von einem Sweet Table im Vintage-Boho Style erfüllen. Na ja, normalerweise sind die Termine ziemlich frei, wenn man ein ganzes Jahr im Voraus das Datum bucht. Aber ausgerechnet in diesem Fall war es nicht so, ich hatte nämlich bereits eine Anfrage für den 12. September 2015. Und der Haken Nr. 2: Die Hochzeit fand in Lugano statt. Da musste ich zuerst nein sagen, wegen des bereits gebuchten Termins und auch wegen des Transports, denn diese Herausforderung konnte ich gar nicht annehmen. Ich hatte nämlich keinen Kühlwagen um alles nach Lugano zu transportieren, und auch wenn, es wäre sehr schwer machbar mit einem Naked Cake 300 km unterwegs zu sein. Da ich vor vielen Jahren in Lugano mein Au Pair Jahr machte, kannte ich die Stadt bereits. Ich kam auf die Idee, mir eine Wohnung zu mieten und dort mein Back-Abenteuer zu machen :).

 

Nadia war von der Idee begeistert und gab mir ihr OK, eine Unterkunft zu suchen. Ach ja, vorher sagte mir die Braut ab, die den gleichen Hochzeitstermin hatte. So fieberte ich 10 Monate diesem Ereignis entgegen und war fast so nervös wie die Braut, als es dann nach Lugano losging.

In all diesen Monaten vor der Hochzeit hatten wir immer wieder Kontakt, tauschten Ideen aus, machten Probetermine ab und freuten uns gemeinsam auf diesen Tag. Sie wusste genau, was sie wollte und das hat mir natürlich die Arbeit noch mehr erleichtert. Besonders lieb fand ich, dass sie sich um viele kleine Details kümmerte: die Etiketten für die Willkommens-Cookies, die angeschriebenen Namen von den verschiedenen Desserts, die süsse Idee mit den vielen kleinen Schlüsseln. Ich war richtig froh und hatte das Gefühl, nicht alleine zu sein.    

 

Ich kam am 10. September nach Pugerna, eine kleine Ortschaft bei Maroggia. Die Umgebung ist wunderschön, das Klima fast wie am Meer und die Palmen und Feigen, ah…einfach toll. Eine ganz andere Schweiz! Der Weg jedoch von der Hauptstrasse bis zur von mir gemieteten Wohnung war etwa 8 km entfernt und alles andere als angenehm: Es war sehr kurvig, steil und sehr schmal. Dies war nun meine nächste grosse Herausforderung: Die ganze Zeit habe ich gedacht, wie werde ich bloss die Hochzeitstorte nach Lugano kriegen, ohne dass etwas passiert. Gott sei Dank war geplant, dass die Trauzeugen bei mir eine Nacht in der gemieteten Wohnung übernachteten. Drei wundervolle Menschen, die für mich echte Retter waren, denn ich weiss nicht, wie ich das alleine gemacht hätte. So überlebte es mein Naked Cake und ich konnte sie dann im Hotel zusammenbauen und fertig dekorieren.

 

Die Küche, in der ich arbeitete, war TOP ausgerüstet, ich hatte die Ehre mit einer Kitchen Aid zu arbeiten :). Auch alles andere war wirklich super modern und neu. Meine Arbeit lief nach Plan, ausser dass die Deko bzw. die Zuckerblumen auf den Cakepops kaputt gingen. Im Kühlraum des Hotels war die Luftfeuchtigkeit zu gross und sie sind alle zusammengeklappt, wie verwelkte Blumen :(. Na ja, zum Glück fiel das offenbar bei der grossen Auswahl an anderen Leckereien niemandem gross auf :D.

Als die Trauung begann, fing ich an alles aufzustellen, ich dachte 45 Min. sei viel Zeit, aber das täuscht, es war doch sehr knapp. Ich hab‘s jedoch geschafft!

 

Die Braut eröffnete den Sweet Table, in dem sie als erste die Kokos-Kügelchen probierte :). Es war ein Genuss ihr zuzusehen, aber auch allen anderen Gästen, die so begeistert dastanden und zuerst alles genau anschauten, fotografierten und erst dann sich bedienten. Alle Anspannung, Müdigkeit, Stress und Angst waren auf einmal vergessen. Ich war dankbar, durfte ich dableiben und zuschauen. Die Braut war so natürlich, schön, einfach atemberaubend, wie der Blick auf den Lago di Lugano. Ich hatte die ganze Zeit nur Gänsehaut.

 

Während des Aperos ging ich noch mit dem Butler des Hotels Backstage und montierte die Torte fertig, alle drei Stöcke aufeinander, verzierte sie mit den schönen pfirsichfarbenen Rosen und den vielen Waldbeeren, wie die Braut es wünschte. Es war lustig, wie mir die Leute zugesehen hatten, ich war angezogen, als wäre ich ein Hochzeitsgast und stand auf einmal mit ihnen in der Küche. Der eine rief immer woooow, beautiful, beautiful zu :D. Ich fühlte mich wie ein Starkoch bei den vielen Gesichtern, die alle die gleichen Kochschürzen hatten :D.

 

Ich würde es wieder tun, vielleicht nicht alleine, ich glaube, meinen Mann würde ich mitnehmen, denn ihn vermisste ich am meisten bei diesem Abendteuer. Er bringt mich zum Lachen, holt wenn mir Material zum Backen fehlt, beruhigt mich, wenn ich nervös und gestresst bin und das Wichtigste, er wäre mein Fahrer gewesen, denn ich fühle mich am sichersten, wenn ich auf alles aufpasse, was geliefert wird.  Na ja, wer weiss, vielleicht ergibt sich die Gelegenheit ein anderes Mal? Jedenfalls wollen wir wieder einmal ein verlängertes Wochenende  in dieser tollen Wohnung mit der wahnsinnig schönen Aussicht verbringen.

Nun lasse ich die Bilder sprechen… Ich werde sie mir immer wieder anschauen und mich gerne daran zurückerinnern! Ich danke Nadia und Leo für ihr Vertrauen und diese tolle Erfahrung, die ich machen durfte.

 

Eine Traumhochzeit im Vintage-Bohemian Style

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